Autor*innen: Leonore Fehlings, Joline Rosenow, Lasse Maßmann, Christopher Sieverding
Kölner Studierendenwerk
Universitätsstraße 14, 50937 Köln
Bild: Lasse Maßmann
Das Servicehaus des Kölner Studierendenwerks ist die zentrale Anlaufstelle für alles, was über das inhaltliche Studium hinausgeht. Im Gebäude befinden sich das Amt für Ausbildungsförderung (BAföG-Amt), die Studienfinanzierungs- und Sozialberatung, der Wohnheim-Infopoint sowie weitere Servicestellen.
Das BAföG-Amt ist zuständig für die Bearbeitung von Anträgen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Das Gesetz ermöglicht staatliche finanzielle Unterstützung für Studierende und Auszubildende, um unabhängig von der wirtschaftlichen Situation der Eltern einen adäquaten Zugang zu Bildung zu gewährleisten.
Im Servicehaus können daneben auch Fragen zu Bescheiden geklärt und Informationen zu Stipendien, Darlehen und weiteren Finanzierungsmöglichkeiten eingeholt werden. Darüber hinaus bietet das Servicehaus Informationen über Wohnheime, Kita-Plätze, Mensa-Angebote und andere Dienstleistungen des Studierendenwerks.
Das Servicehaus ist also die zentrale Schnittstelle. Hier laufen Studienfinanzierung, Wohnen und studentisches Leben zusammen. Das Studium in Köln wird dadurch strukturierter und zugänglicher.
Quelle: //www.kstw.de/infopoint/
Hochschulbildung ist ein Prozess der Wissensaneignung, Selbstbildung und gesellschaftlichen Orientierung. Sie ist jedoch sozial ungleich verteilt: Empirische Studien zeigen, dass Studierende aus akademisch geprägten Elternhäusern deutlich häufiger ein Studium aufnehmen und erfolgreich fortführen als Studierende aus nicht-akademischen Familien oder mit Migrationsgeschichte. 2021 verfügten 56 % der 25- bis unter 65-Jährigen mit akademischem Elternhaus über einen Hochschulabschluss, gegenüber nur 12 % derjenigen, deren Eltern formal gering qualifiziert waren. Hochschulbildung ist somit keine rein individuelle Leistung, sondern strukturell gerahmt. Voraussetzung für eine erfolgreiche Bildungsteilnahme ist jedoch, dass grundlegende Bedürfnisse wie Ernährung, Wohnen, finanzielle Sicherheit und Zugang zu Lerninfrastruktur gedeckt sind. Man muss sich ein Studium leisten können. Förderinstrumente wie das BAföG und soziale Einrichtungen ermöglichen vielen Studierenden überhaupt erst die Aufnahme und Fortführung eines Studiums und tragen dazu bei, soziale Ungleichheiten abzumildern. Sie bilden damit eine zentrale Infrastruktur für gerechtere Bildungschancen.
Nach Angaben des Studierendenwerks wurden im Jahr 2024 rund 78,7 Millionen Euro an Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) zur finanziellen Unterstützung von Studierenden in Köln ausgezahlt. Bundesweit betrug das Fördervolumen im selben Jahr über 2,5 Milliarden Euro. Dabei erhielten deutschlandweit knapp 400.000 Studierende BAföG-Leistungen, davon rund 13.800 Studierende in Köln. Neben der finanziellen Förderung bietet das Studierendenwerk eine Vielzahl unterschiedlicher Unterstützungs- und Förderangebote an und stellt bundesweit etwa 195.000 Wohnplätze zur Verfügung.
Quellen: Deutsches Studierendenwerk (2025): Studierendenwerke und Studentenwerke im Zahlenspiegel 2024/2025. Von: //www.studierendenwerke.de/beitrag/studierendenwerke-und-studentenwerke-im-zahlenspiegel-2024-2025, Stand: 01.12.2025, Abruf: 25.01.2026.
Friese, M. (2023): Care Work im Spannungsfeld gesellschaftlicher Transformation. Systematische Widersprüche und Entwicklungsperspektiven, in: M. Friese & R. Braches-Chyrek (Hg.), Care Work in der gesellschaftlichen Transformation. Beschäftigung, Bildung, Fachdidaktik, Bielefeld, S. 17–38.
Statistisches Bundesamt (2024). Hochschulabschluss hängt stark vom Bildungsstand der Eltern ab: in: //www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/06/PD24_N031_21_12.html Stand: 20.06.2024, Abruf: 20.02.2026