Ehrenamt

Adresse

Richard-Wagner-Straße 8 (SchmitzundKunzt e.V.)

Impuls

Wenn ich meine Zeit verschenke, wem gehört sie dann? Wenn Ehrenamt keine Pflicht ist, warum fehlt es dann, wenn es niemand tut? Ab wann fängt für mich Ehrenamt an, und habe ich ein Ehrenamt?

Wirtschaft ist Care

In jedem Sportverein, jeder Kirchengemeinde, jeder Nachbarschaftsinitiative sind sie zu finden: Menschen, die ihre Zeit geben, ohne dafür bezahlt zu werden. Ehrenamt bezeichnet produktive Tätigkeiten, die unentgeltlich, in Anbindung an eine Organisation und zugunsten Dritter geleistet werden (vgl. Erlinghagen 2013: 199). Rund 31 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland engagieren sich ehrenamtlich (vgl. ebd: 202). Die Bandbreite ist immens: vom Sport über Kirche, Schule und Kindergarten bis zu sozialen Bereichen, Kultur und Freizeit. Seit 1986 ist der Anteil ehrenamtlich Aktiver kontinuierlich gestiegen (vgl. Erlinghagen 2013: 202). Doch Ehrenamt ist nicht voraussetzungslos. Die Beteiligung steigt mit höherer Bildung, besserer Gesundheit und stabiler Erwerbstätigkeit (vgl. ebd: 203). Ein großer Teil ehrenamtlicher Arbeit ist Care-Arbeit: das Zuhören am Sorgentelefon, das Vorlesen im Kindergarten, die Begleitung zu Ärzt*innenterminen, wodurch Teilhabe für Menschen ermöglicht wird. Während bezahlte Erwerbsarbeit gesellschaftliche Anerkennung erfährt, bleibt diese tragende Sorgearbeit oft im Verborgenen, obwohl sie den Alltag vieler Menschen überhaupt erst möglich macht. Neben dem beschriebenen Ehrenamt kann auch die Nachbarschaft als konkrete Unterstützung fungieren als sogenannte Nachbarschaftshilfe (vgl. Reutlinger C.& Stiehler S.& Lingg E. 2015: 12). Die Nachbarschaftshilfe beruht auf freiwilligen Tätigkeiten, manchmal werden diese auch mit einer Aufwandsentschädigung vergütet. Das Angebot soll die lokale Gemeinschaft stärken und dabei möglichst niedrigschwellig sein. Außerdem soll so die regionale Verbundenheit erhöht werden sowie ein gesundes soziales Leben, das Bürgerschaftliche Engagement und das Sozialkapitel der Bürger*innen verbessert werden (vgl. ebd. :12). Neben diesen Vorteilen trägt Nachbarschaftshilfe zudem zur gesellschaftlichen Integration von Individuen bei (vgl. ebd. :13).

Autor*innen: Sophia Beyer, Miriam Fischer, Linda Uhr, Samuel Unterhansberg


Bild: Sophia Beyer