Autorin: Ekaterini Dimitriadou
Hiroshima-Nagasaki-Park
Aachener Straße / Universitätsstraße
50674 Köln
Der Hiroshima-Nagasaki-Park befindet sich in Köln-Innenstadt und ist eine öffentlich zugängliche Grünfläche im innerstädtischen Raum (vgl. stadt-koeln.de). Er wurde als Ort des Erinnerns und des Friedens geschaffen. Sein Name verweist auf die Städte Hiroshima und Nagasaki, auf die im Jahre 1945 US-amerikanische Atombomben abgeworfen wurde.
Der Hiroshima-Nagasaki-Park wird heutzutage von Menschen als Treffpunkt und Aufenthaltsort genutzt. Er ist mit vielen Bänken, Wegen und Grünflächen ausgestattet, sodass unterschiedliche Menschen (Eltern, Studierende, Kinder) dort zusammen Zeit verbringen und reden, spielen oder sich helfen können (ebd.).
Quelle: //www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/freizeit-natur-sport/parks/65772/index.html
„Lieben“ ist eine zentrale Form von Care-Arbeit. Diese Arbeit umfasst unter anderem emotionale Zuwendung, Aufmerksamkeit und Beziehungsarbeit. Für unser gesellschaftliches Zusammenleben können sie als notwendige Handlungen bezeichnet werden, die jedoch wirtschaftlich zumeist unsichtbar erscheinen (vgl. Fraser, 2016).
Wenn die care-ökonomischen Perspektive betrachtet wird, ist zu sagen, dass die kapitalistische Gesellschaft auf (unbezahlte) Care-Arbeit angewiesen ist: Sorgearbeit ist
Voraussetzung für menschliche Arbeitskraft […]. Im privaten Bereich sind Sorgearbeiten vor allem Kochen, Putzen, Kinder auf die Welt bringen, Erziehen und Versorgen, Freund*innen emotional beistehen und (pflege-)bedürftige Angehörige betreuen. Diese Tätigkeiten garantieren, dass Menschen sich körperlich und geistig wohlfühlen und jetzt oder zukünftig arbeiten können. Sie sind daher nicht nur Grundbedingung für ein gutes gesellschaftliches Zusammenleben, sondern auch unverzichtbar für ein funktionierendes Wirtschaftssystem (I.L.A. Kollektiv 2017, S.28f.)
Zugleich wird diese Arbeit vom Bereich der „eigentlichen“ Wirtschaft getrennt. Liebe und Fürsorge werden oft als selbstverständlich angesehen, obwohl sie u.a. Energie und Verantwortung erfordern. „Lieben“ erlaubt somit wirtschaftliche Prozesse, wird allerdings selbst nicht als ökonomische Tätigkeit anerkannt.
Feministische Ansätze kritisieren, dass die Verteilung von Liebes- und Care-Arbeit ungleich ist: Diese werde vor allem von Frauen geleistet (vgl. BMFSFJ 2025). Solche klassischen Lebens- und Familienformen wie beispielsweise (heterosexuelle) Ehen werden ökonomisch und politisch bevorzugt und damit stabilisiert.
Deutlich wird dies am deutschen Ehegattensplitting, welches fördere, dass die Hauptverdienenden, heutzutage häufig noch die Männer, berufstätig sind und die Geringverdienenden, zumeist Frauen, zuhause bleiben und unbezahlte Care-Arbeit verrichten (vgl. Bach et al. 2011). Kritisch daran wird angemerkt, dass das Modell bestehende geschlechtliche Arbeitsteilung stabilisiert und Liebes- und Fürsorgearbeiten als private Aufgaben verlagert (vgl. ebd.). Care-Arbeit, die unentgeltlich aus Liebe geleistet wird, werde dadurch nicht nur unsichtbar, sondern auch politisch legitimiert (vgl. Fraser, 2016).
Zentrale Betrachtungen zur Verknüpfung von Liebe, Care und Ökonomie finden sich bei Arlie Russell Hochschild (1983). Sie zeigt, dass emotionale Arbeit zunehmend kommerzialisiert wird, vor allem durch Dienstleistungsberufe, die zu großen Teilen weiblich besetzt sind (vgl. Hochschild 1983). „Lieben“ wird demnach auf der einen Seite als verwertbare Ressource emotionaler Kompetenz verstanden, auf der anderen Seite als unerkannte private Arbeit verstanden, die Beziehungen und Gesellschaft zusammenhält (vgl. ebd.). Der Hiroshima-Nagasaki-Park in Ehrenfeld macht genau diese Zusammenhänge im Alltag sichtbar. Die Formen von „Lieben“, die dort beobachtet werden können, erscheinen selbstverständlich und gleichzeitig als essentiell für unser Zusammenleben.
Quellen: Bach, Stefan et al. (2011): Ehegattensplitting: Belastung für den Staat, Nutzen für die Ehe. DIW Wochenbericht, //www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.386920.de/11-41-3.pdf
Fraser, Nancy (2016): Contradictions of Capital and Care. New Left Review, 100, 99-117.
Haidinger, Bettina & Knittler, Käthe (2019): Feministische Ökonomie. Eine Einführung. Wien: Mandelbaum Verlag
Hochschild, Arlie Russell (1983): Das gekaufte Herz. Zur Kommerzialisierung der Gefühle. Frankfurt a.M.: Campus
I.L.A. Kollektiv (2017): Auf Kosten Anderer. München: Oekom-Verlag.
BMBFSFJ (2025): Gender Care Gap - ein Indikator für die Gleichstellung. Online verfügbar unter: //www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/themen/gleichstellung/gender-care-gap/indikator-fuer-die-gleichstellung/gender-care-gap-ein-indikator-fuer-die-gleichstellung-137294 [letzter Abruf: 27.02.2026]